Ratsmehrheit kämpft – aber nur gegen den Lichtscheid-Plan

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Etwa 400 Bürger demonstrierten vor dem Rathaus – drinnen diskutierten die Parteien ergebnislos die Schuldfrage.

Etwa 400 Anwohner der Kleinen Höhe und aus Lichtscheid protestierten gegen die geplante Forensik.
Foto: Andreas Fischer

Etwa 400 Anwohner der Kleinen Höhe und aus Lichtscheid protestierten gegen die geplante Forensik.

Wuppertal. Begleitet von massiven Protesten der Bürger hat der Wuppertaler Stadtrat am heutigen Montagabend eine Resolution zur geplanten Errichtung einer forensischen Klinik in Wuppertal beschlossen. Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP hatten den Antrag zur Forensik gemeinsam eingereicht – und stimmten dafür.

Bürgerinitiativen baten vergeblich um Textänderung

Die Grüne Gesundheitsministerin Barbara Steffens – die die Klinik für 150 psychisch kranke Straftäter ursprünglich auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei an der Müngstener Straße auf Lichtscheid errichten wollte – lässt derzeit den Vorschlag von Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) prüfen, die Klinik auf der Kleinen Höhe zu bauen. Es ist noch nichts entschieden.

Forensik: Das sind die Fakten

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Welche Straftäter sollen im Tal untergebracht werden? Unter welchen Bedingungen? Die WZ gibt Antworten.

Obwohl es Gitter vor den Fenstern gibt, handelt es sich bei der Forensik um eine Klinik, nicht um ein Gefängnis.
Stefan Fries

Obwohl es Gitter vor den Fenstern gibt, handelt es sich bei der Forensik um eine Klinik, nicht um ein Gefängnis.

Wuppertal. Proteste von etwa 500 Gegnern am WZ-Mobil, mehr als 100 Leserzuschriften und Online-Kommentare an die WZ, Bürgerinitiativen und Protest-Petitionen: Der Widerstand in Wuppertal gegen die geplante Forensik ist riesig. Die zuständige NRW-Ministerin Barbara Steffens (Grüne) hat sich in Wuppertal bislang nicht öffentlich zur Forensik erklärt – werde das aber zeitig tun, wie ihr Ministerium versichert. Dafür hat das Land jetzt auf WZ-Nachfrage Fakten zur Forensik-Planung auf den Tisch gelegt.

Originalartikel  Forensik: Das sind die Fakten weiterlesen

WDR Lokalzeit vom 05.08.2002

[Archiv, wiederhergestellt]

Gewerbegebiet Kleine Höhe. So dachte (und denkt noch heute) die Wirtschaftsförderung über die Kleine Höhe.

Träumereien, die bis heute nicht vom Tisch sind.
Den Erschließungskosten sei dank!

 

 

Kleine Höhe darf keine Gewerbefläche werden

WZ Donnerstag, 29. August 1991
Wuppertaler Leserbriefe/Sprockhövel

Zum Artikel von Michael Hartmann „Bei Gewerbeflächen mehr Mut beweisen“ vom 20. Juli

„Kröten statt Arbeit?“ Diese Frage stellt Herr Hartmann am 20. Juli in seinem Kom

mentar zur Klage des CDUVorsitzenden Hermann Josef Richter über die scheinbare Mutlosigkeit der Politiker und Politikerinnen, Entscheidungen zur Ausweisung von Gewerbeflächen zu treffen. Herr Richter führt in seiner Argumentation wieder das Thema Kleine Höhe ins Gespräch.

Die Kleine Höhe darf meiner Ansicht nach aus ökologischen Gründen nicht als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Dies beschloß auch der Rat der Stadt im Jahr 1984, sogar mit den Stimmen der CDU. Industriegebiete auf der „grünen Wiese“ auszuweisen, widerspricht solchen Erkenntnissen, wonach Wohnen und Arbeiten wieder näher zueinander gebracht werden müssen, um möglichst weite Wege – und damit den Kfz-Verkehr und die Ausweisung von Parkraum – einzusparen.

Benötigte Gewerbeflächen sollten durch die Wiedernutzung von Gewerbeflächen gedeckt werden. Ebenso muß die Industrie ermutigt werden, im Mehretagenbau zu arbeiten. Dies ist auch laut eines aktuellen Gutachtens für Wuppertal die billigere und umweltverträglichere Lösung. Daß moderne Arbeitsplätze eine optimale Anbindung an das

ÖPNV-Netz haben müssen, muß nicht besonders betont werden. Beides trägt jedoch zum sparsamen Umgang mit vorhandenen Gewerbeflächen bei.

Die Entwicklung darf auf keinen Fall dahingehen, daß, wie kürzlich von einem Wuppertaler Unternehmen geplant, pro Arbeitsplatz 300 Quadratmeter Fläche benötigt werden. Hier stimmen die Relationen nicht mehr! Rechnet

man solche Flächenbedürfnisse mit dem Faktor Zeit hoch, dann bauen wir tatsächlich bald die letzten „Krötenplätze“ zu.

Irmgard Wohlert
Mitglied für Die Grünen im Umweltausschuß

Endgültig: B7n von Aprath nach Barmen wird nicht gebaut

WZ Westdeutsche Zeitung, Wülfrath
Dienstag, 28. Januar 1986

Endgültig: B7n von Aprath nach Barmen wird nicht gebaut

Schemken (CDU): Teilstück ist nicht mehr im Bedarfsplan

Wülfrath. Das einst geplante Teilstück der Bundesstraße 7n von Aprath bis Wuppertal Barmen wird nicht gebaut. Wie CDU-Bundestagsabgeordneter Heinz Schemken mitteilt, hat der Verkehrsausschuß Beschlüsse zum Ausbau von Bundesfernstraßen gefaßt. Danach sei das Stück nicht mehr im Bedarfsplan. Der

Verkehrsausschus, So Schemken, sei damit dem Begehren der Bürger gefolgt, mit dieser Bundesstraße nicht mehr in die Landschaft zu gehen. Schemken war während der Beratungen von Bürgern angesprochen worden. Der Bundestagsabgeordnete: „Nun ist dieser Teil der B & n endgültig gestorben“.

Dönberg: Keiner will B 7n bauen Bürger informierten sich

WZ Mittwoch, 8. Mai 1985 Wuppertaler Nachrichten

Im völlig überfüllten Keglerlheim in Dönberg trafen sich jetzt auf Einladung von Bürgervereins-Vorsitzendem Walter Lohagen rund zweihundert Bürger zu einer Informationsveranstaltung zum Thema B 7n, deren Wiederauftauchen in den Plänen der Straßenbauer in den letzten Wochen für Wirbel gesorgt hatte (wir berichteten).

Für Aufklärung sorgten neben Uwe Herder (SPD) und Dr. Hans-Jürgen Lichtenberg .(CDU) noch Michael Ruppert (FDP) und Peter Meister von den Grünen.

Ubereinstimmend erklärten die Politiker, daß niemand diese Straße überhaupt wolle. Auch die Landesregierung habe sich in der letzten Woche gegen den Bau dieser Straße ausgesprochen, daher sei die Planung der B 7n „endgültig vom Tisch“.

Kleine Höhe gerettet

Blickpunkt des CDU-Kreisverbands
Wuppertal, 03.05.1985

Industrieansiedlung gestoppt

Rettung in fast allerletzter Minute: Die Pläne für eine Industrieansiedlung auf der Kleinen Höhe im Wuppertaler Norden sind nun endgültig vom Tisch. Mit ihr flogen auch die Papier-ldeen von einer Ersatzbundesstraße 7 über Aprath, Obensiebeneick und Dönberg in den Papierkorb. „Ein Sieg für den Umweltschutz, ein Sieg der Vernunft,“ kommentiert Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter Dr. Hans-Jürgen Lichtenberg (CDU) diese Entscheidung. Lichtenberg war einer der ersten gewesen, der erkannt hatte, daß die Baupläne für die Kleine Höhe aus Umweltschutz-Gründen nicht zu vertreten waren.

Mit 21 Millionen Mark sollte ein heiles Stück niederbergischer Landschaft auf einer 120 Hektar großen Fläche zum Industriegebiet verschandelt werden. Ein ökologisches Gutachten und massive Proteste aus allen Teilen der Bevölkerung ließen schnell Zweifel aufkommt, ob das alles so richtig war. Lichtenberg gelang es, erst seine eigenen Fraktionskollegen vom Gegenteil zu überzeugen. Nach der Kommunalwahl im vergangenen Herbst begriff dann auch die SPD, wo es langgeht: Mit großer Mehrheit entschied der Rat die Einstellung des Bauleitplans für die Kleine Höhe. Lichtenberg freut sich: „Da hat sich mal ein zäher Kampf ausgezahlt.“

Telegramm: Keine L 418 Keine B 7n / Diskussion um Bundesstraße B 7n

WZ General-Anzeiger Donnerstag, 25. April 1985

Telegramm: Keine L 418 Keine B 7n Information der Union

„Es wird keine L 418 in Wuppertal gegen den Willen der Wuppertaler geben.“ So stellte CDU-Landesvorsitzender Dr. Bernhard Worms in einem Telegramm an die Wuppertaler Union die Position der Landes-CDU zum weiteren Schicksal der umstrittenen Straße dar. Die Landtagsfraktion unter seiner Führung, so Worms, werde den Beschluß des Rates der Stadt respektieren und sich dafür einsetzen, daß dies bei der Fortschreibung des Landesstraßenbedarfsplanes berücksichtigt wird.

Auch in Sachen der von niemandem in Wuppertal gewollten B 7n hat die Union neue Nachrichten erhalten. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Dr. Dieter Schulte, teilte mit, im Ministerium sei bekannt, daß auf diese Straße verzichtet werden solle. Wenn das Land Nordrhein-Westfalen einen entsprechenden Vorschlag gemacht hätte, wäre die B 7n schon nicht mehr in den Maßnahmenkatalog aufgenommen worden.

Man gehe davon aus, daß das Land Nordrhein-Westfalen künftig die Straße in seiner Stellungnahme gegenüber dem Bund nicht mehr berücksichtigen werde. Damit wäre das Thema vom Tisch.

Wuppertaler Nachrichten

Heute Diskussion um Bundesstraße B 7n

Um die Bundesstraße B 7n durch das Deilbachtal geht es heute abend bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Herder. In das Gebäude der freiwilligen Feuerwehr Dönberg an der Horather Straße 186 sind alle interessierten Bürger für 19 Uhr eingeladen.

Wunden in die Wuppertaler Landschaft

WZ Samstag, 20. April 1985

Wuppertaler Leserbriefe

Die Nachricht von Uwe Herder, SPD-Mitglied des Landrates, über die neue Autobahn B 7n in Wuppertals Norden hat mir fast die Sprache verschlagen! Gemäß Uwe Herder ist diese Schnellstraße vom Bonner Verkehrsminister in die höchste Dringlichkeitsstufe eingeordnet worden. Die Trasse dieser Autobahn verläuft nach einer Planskizze des Fernstraßenneubauamtes aus dem Jahre 1972 vom Aprather Schloß über Oberdüssel, Triebelsheide, Unterrohleder, Dönberg, Horath, Deilbachtal nach Einern zur A 46.

Diese völlig überflüssige zweite Autobahn in Wuppertals Norden zerstört unwiderruflich wertvolle Natur und Landschaft. Die Bürger aller nördlichen Wuppertaler Wohnbezirke von Eckbusch, Katernberg, Uellendahl, Hatz

feld bis Wichlinghausen und Nächstebreck verlieren dann für immer ihre angestammten, und für die ganze Stadt Wuppertal so wichtigen Grünzonen und Naherholungsgebiete direkt vor ihrem Wohnumfeld.

Welche Wunden Autobahnen in die Landschaft schlagen, haben wir ja mit der Tragödie L418 in Wuppertals Süden direkt vor Augen! Und in Aprath und Wülfrath-Schlupkothen wird in diesen Tagen von Bulldozer breit und brutal die Trasse für die neue Autobahn EB 224 n mitten durch den herrlichen Buchenwald des Bölkumer Forstes geschlagen; direkt nördlich von Velbert baut man gerade ebenso rücksichtslos die „Dü Bo Do“ (Autobahn Düsseldorf-Bochum-Dortmund) quer durch wertvolle Naherholungsgebiete!

Wenn diese Autobahn B7n gebaut werden sollte, können wir den Slogan „Wuppertal, Großstadt im Kranz der grünen Berge“ endgültig vergessen. Außerdem wissen wir ja aus Erfahrung mit der A 46 nur zu gut, wie sich alsbald der Europäische Güterfernverkehr auf solche Straßen stürzen

wird. Ruhezonen wird es dann für breite Bevölkerungskreise unserer Stadt nicht mehr geben!

Doch sollten wir den Kopf nicht in den Sand stecken! Wenn sich alle Parteien im Stadtrat mit den betroffenen Bürgern einig und bereit zu kämpfen sind, kann dieser unseelige Straßenmoloch B 7n für immer verhindert werden.

Ganz eindeutig: Die CDU will die EB 7n nicht!

WZ Freitag, 19. April 1985
Wuppertaler Nachrichten

Diese Straße zerstört Erholungsgebiete im Norden Wuppertals

erehrte Wuppertaler! Lassen Sie sich nicht durch das Verwirrspiel um die EB 7n beirren.

Diese Straße würde, sollte sie je gebaut werden, schönste Gebiete im Nordlen Wuppertals zwischen Aprath und dem Deilbachtal zerstören. Doch Sie können sicher sein, dass die CDU sich mit allen Mitteln gegen diese Straße einsetzen wird.

Die Stadt Wuppertal hat vor vielen Jahren schon einmal auf Antrag der CDU sich gegen die EB 7n ausgesprochen; jetzt hat die CDU einen erneuten Antrag zur Bekräftigung dieses alten Beschlusses gestellt.

Bei dessen Beratung kann die SPD auch beweisen, wie ernst es ihr mit der Ablehnung dieser Straße ist. Schließlich kam die Alarm-Meldung, die EB 7n sei im Verkehrswegebedarfsplan mit höchstem Vorrang versehen, von einem ihrer Landtagsabgeordneten.

Die Wuppertaler CDU ist der Sache nachgegangen – anstatt wie die SPD Zeter und Mordio zu schreien – und hat im Bundesverkehrsministerium recherchiert. Dabei kamen erstaunliche Tatsachen zutage. Die EB 7n ist in der „Stufe II“ ausgewiesen. Das bedeutet: „Zur Zeit bestehen keine Planungsaktivitäten.“ So hieß es wörtlich im Verkehrsministerium.

Und nun kommt die eigentliche Überraschung: Vorgeschlagen für die aktuelle Bed’iarfsplanfortschreibung wurde die EB 7n vom Land Nordrhein-Westfalen! (SPD-Regierung). Lla gehört schon ein gewisses Maß an Dreistigkeit dazu, wenn ausgerechnet die SPD – wie jüngst geschehen – die CDU auffordert, sich gegen die EB 7n auszusprechen.

Man erinnere sich nur, daß Hermann Josef Richter, heute Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt, vor 8 Jahren ein Sprecher der Bürgerinitiative gegen die EB 7n war. Miiß man noch mehr dazu sagen?.

Eine Information der CDU-Ratsfreaktion.