Kleine Höhe wird von CDU abgelehnt

WZ General-Anzeiger Samstag, 17. März 1984
Wuppertal

Kleine Höhe wird von CDU abgelehnt

Dem Bebauungsplan für ein Industriegebiet „Kleine Höhe“ wird die CDU ihre Zustimmung nicht geben. Das stellte gestern Kreisparteivorsitzender Dr. Hans-Jürgen Lichtenberg gegenüber der Presse fest.

„Dieses Industriegebiet würde einen Keil in einen ausgedehnten Grüngürtel treiben,“ betonte Lichtenberg. Man habe das Problem abgewogen und sich „pro Grün“ entschieden.

Die Wuppertaler CDU weiß sich in dieser seit langem umstrittenen Frage einer Meinung mit ihren Parteifreunden des Kreises Mettmann, deren Vorsitzender Heinz Schemken gestern assistierte: „Es lohnt sich, um solche Grünflächen zu kämpfen.“ fh

1990 ist schon übermorgen

Wuppertaler Nachrichten/Leserbriefe
Aus Briefen an die Lokalredaktion

1990 ist Schon übermorgen

Unzutreffend! – Einen besseren Anschauungsunterricht wie man verschweigt – dementiert und doch Tatsachen schafft, kann es wohl kaum noch geben. Warum das lästige Geschrei um die EB 7? Es geht ja zunächst einmal um das „Großindustriegebiet Kleine Höhe“! Aber ist das erst in Angriff genommen, dann wird die EB 7 eine Notwendigkeit, über die man nicht erst groß diskutieren muß. Gewiß, nicht vor 1990, aber ist das nicht schon übermorgen?

Es ist ein Grundsatz, daß derjenige über eine stärkere Machtposition verfügt, der den anderen Wissen vorenthält, um daraus Überraschungsmotive für das eigene Handeln zu begründen. Das große Erschrecken wird kommen, wie wir es zur Zeit bei der L 418 erleben.

Landschaftsbeirat gegen Industriegebiet

Wuppertaler Rundschau, Donnerstag, 16. Februar 1984, Ausgabe Barmen-Mitte

„Kleine Höhe“

Landschaftsbeirat gegen Industriegebiet

In seiner letzten Sitzung gab der Landschaftsbeirat bei der Unteren Landschaftsbehörde Wuppertal eine Stellungnahme zum Plan der Stadt, auf der Kleinen Höhe Industrie anzusiedeln, ab. Die Kleine Höhe liegt in einem Schmalen Landschaftsstreifen an der Stadtgrenze zu Velbert. „Das Planungsgebiet hat einen so hohen landschaftsästhetischen und ökologischen Wert, daß sich jeder Eingriff und jede nachteilige Veränderung der gegenwärtigen Nutzung verbietet“ stellte der Beirat fest.

In der Stellungnahme wird vor allem auf die ökologische Bedeutung der Kleinen Höhe eingegangen. Sie gehört zu ei| nem Naturgebiet im Norden von Wuppertal, das von Düsseldorf bis in den bergischmärkischen Raum reicht. Eine Bebauung würde die Verbindung zwischen den Erholungsgebieten unterbrechen. Die „Brückenfunktion”, die die Kleine Höhe hat, muß erhalten bleiben, um schwere Störungen des Naturhaushaltes zu verhindern. Die Trennung einzelner Landschaftsteile voneinander würde die Lebensräume vieler Tierarten so verkleinern, daß diese vom Aussterben bedroht wären. Dazu käme, daß die Kleine Höhe ihren Naherholungswert als Wandergebiet verlieren würde.

Die Bebauung würde aber nicht nur das Öko-System der umliegenden Gebiete beeinträchtigen, sondern auch ein Stück Natur zerstören, das im „Wuppertaler Raum mittlerweile Seltenheitswert hat“, stellte der Landschaftsbeirat fest.

Besonders betroffen wäre die Vogelwelt, Habicht, Sperber, Steinkauz und Baumfalke, die hier noch zuhause sind, auf der „roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen, verlören durch Abwanderung kleiner Nager (Mäuse, Eichhörnchen) ihre Beutetiere und damit die Nahrung.

Der Beirat befürchtet auch eine Verunreinigung des Grundwassers mit SchadstOffen, die in einem Industriegebiet „mit Sicherheit zu erwarten sind“. Mehrere Quellen und Bäche werden von diesem Grundwasser gespeist. Zur Zeit sei es noch von einer „erfreulich guten Qualität“. Eine Verschmutzung des Wassers wäre dort für den empfindlichen Feuersalamander das Ende.

Viele Wuppertaler, vor allem aus der Elberfelder Nordstadt, haben mit der Kleinen Höhe ein Stück Natur in ihrer Nähe. Vom Wandern bis Zum Skilanglauf wird dieses Gebiet intensiv zur Erholung genutzt.

Um dieses „landschaftlich und ökologisch sehr wertvolle Gebiet‘ zu erhalten, schlägt der Beirat vor, umweltgefährdende Betriebe nicht aus der Innenstadt auszulagern, sondern die Umweltentlastung sollte „durch technische Maßnahmen in den Betrieben durchgeführt werden, was nach dem heutigen Stand der Technik durchführbar und Zumutbar ist.“

Gerüchte um EB 7 ohne Grundlage

WZ Freitag, 10. Februar 1984, Wuppertaler Nachrichten

„Keine realistische Planung mehr”

Widersprüchliche Nachrichten gab es in letzter Zeit über den Neubau der B 7 (EB 7) im Bereich Aprath/Obersiebeneick/Dönberg. Einerseits ist die Straße nach einem Zitat des SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Herder „vom Tisch’, wie er im Zusammenhang mit dem B 224n-Projekt erklärte, andererseits verschickt jetzt die Bürgerinitiative „Kleine Höhe’ ein Flugblatt, in dem es heißt: „Nach neuesten Informationen hat der Landschaftsverband Rheinland die Planung für die autobahngleiche EB 7 wieder aufgenommen, die in den letzten Jahren geruht hat.“

Geht man jedoch vom derzeitigen Sachstand aus, wird diese Straße niemals Realität. Das einzige, was in dem Rundschreiben der Bürgerinitiative stimmt, ist, daß die Planung in den letzten Jahren geruht hat. Die Bürger von der „Kleinen Höhe“ gehen aber davon aus, daß die Straße auf alle Fälle gebaut werden soll, wenn das dort geplante Industriegebiet kommt. – Von einer Wiederbelebung der EB 7 weiß man beim Landschaftsverband (LVR) Plan aus früheren Jahren; er könnte allenfalls nach 1990 wieder ins Gespräch kommen,“ hieß es gestern bei der LVR-Pressestelle in Köln. „Da wird zur Zeit nichts dran getan.“
Das Projekt werde zur Zeit beim Landschaftsverband „nicht mehr für eine realistische Planung gehalten.“
Auch Herder, Verkehrsexperte der Landtagsfraktion, geht weiterhin davon aus, „daß diese Straße nicht durchsetzbar ist.“ Sie stehe zwar noch in einem BedarfSplan des Bundes, aber „so weit hinten“, daß sie „in diesem Jahrtausend nicht mehr kommt.‘
Außerdem werde der Fernstraßenbedarfsplan zur Zeit fortgeschrieben und Herder ist sich sicher, daß die EB 7 in der revidierten Fassung nicht mehr auftaucht. Was in diesem Zusammenhang jedoch weiter die Ortsumgehung für Mettmann.
Frank Hänschen

Kleine Höhe bedroht 5000 Nevigeser

WZ Donnerstag, 9. Februar 1984, Velbert-Neviges

Landschaft erhalten

Einspruchsrecht in Wuppertal

Velbert-Neviges. Mit der drohenden Industrialisierung im Gebiet „Kleine Höhe“, jenem noch unverfälschten Grüngürtel zwischen Neviges und Obensiebeneick/Wuppertal, beschäfigten sich erneut die Gremien der Nevigeser CDU. Wie Ortsparteivorsitzender Ernst-Adolf Sckär (Vorsitzender des Bezirksausschusses Neviges) mitteilte, hat die CDU in Erfahrung gebracht, daß der Landschaftsverband den Plan, die EB 7 – eine autobahngleiche Straße – von Aprath über Obensiebeneick nach Dönberg zu führen, wieder aufgenommen hat. Man kann jedoch davon ausgehen, daß diese Straße nicht gebaut wird, wenn in die jetzige Grünzone „Kleine Höhe“ keine Industrie angesiedelt wird.

Hans-Joachim Wagner, Der von der Stadt Wuppertal CDU-Ratsmitglied, forderte  alle Bürger auf, Einspruch beim Planungsamt Wuppertal gegen den Bebauungsplan 750 Kleine Höhe”, einzulegen. Je mehr Bürgerbeschwerden eingehen, umso größer ist die Hoffnung, so sagte Wagner, daß der Grüngürtel „Kleine Höhe“ erhalten bleibt. Besonders dankbar wurde auch der Einsatz von Heinz Schemken, MdB, zur Kenntnis genommen, der sich im Rahmen einer Bereisung des Bezirksplanungsrates mit Nachdruck gegen den Wuppertaler Plan einer Industrieansiedlung aussprach. CDU-Kreistagsabgeordneter Dr. Peter Egen, Neviges, warnte vor einer Realisierung des Projekts in der Frischluftschneise Wuppertal — Neviges — Siepen und wies auf die Emissionsgefahren für nahezu 5 000 Bürger im Bereich Asbruch-Siepen hin. „Wenn man liest, welche Betriebe auf der „Kleinen Höhe“ nach Wuppertaler Vorstellungen siedeln können, wird mir als Kreistagsabgeordneter angst und bange“, erklärte Dr. Peter Egen. Chemische Betriebe, Lackfabriken, Stanz- und Presswerke, all dem will man aus Wuppertaler Sicht zur Ansiedlung auf der „Kleinen Höhe“ grünes Licht geben.

Der von der Stadt Wuppertal vielbeschworenen Erfordernis nach neuen Industriegebieten stehen die Nevigeser CDU Vertreter mehr als skeptisch gegenüber, zumal Wuppertal noch über ungenutztes Industrieland verfügt. Die für die „Kleine Höhe“ erforderlichen Investitionen befinden sich zudem in einer solchen Höhe, daß angesichts der leeren kommunalen Kassen man auf Gebiete mit niedrigen Investitionskosten zurückgreifen sollte. Wer heute – so war die übereinstimmende Meinung der CDU-Vertreter – leichtfertig die Landschaft zerstört, zeigt, daß er die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat. „Wie will man es unserer Nachwelt gegenüber verantworten, zwischen zwei großen Wohngebieten im Jahr 1984 – nämlich zwischen Siepen/Asbruch und Obensiebeneick-Dönberg/Grenze – Industrie anzusiedeln und damit Fehler des vergangenen Jahrhunderts zu wiederholen?“ Daher gilt der dringende Appell, so formulierten es die drei CDU-Politiker, an die Bürger der Stadt, bis zum Montag, dem 13. Februar 1984, Bedenken und Anregungen schriftlich dem Planungsamt der Stadt Wuppertal, Rathaus, 5600 Wuppertal 2, mitzuteilen.

Lebenswichtige Schneise muß bleiben

Westdeutsche Zeitung Samstag, 28. Januar 1984

Kreis Mettmann

WZ-Gespräch mit Velberts Bürgermeister Heinz Schemken

Ausschuß des Bezirksplanungsrates informierte sich an der „Kleinen Höhe”

Von unserem Redaktionsmitglied Lothar Jungmann

Kreis Mettmann. „Dieses barbarische Vorhaben muß verhindert werden, so umschrieb Velberts Bürgermeister Heinz Schemken die Stimmung der Ausschußmitglieder des Bezirksplanungsrates, die im Rahmen einer Bereisung auch der „Kleinen Höhe” einen Besuch abstatteten. Wie die WZ bereits ausführlich berichtete, hat die Stadt Wuppertal vor, bis an die Nevigeser Ortsgrenze heran ein neues Industriegebiet auszuweisen. Der erste Bauabschnitt soll dabei 39 Hektar groß sein.

Bis zum 13. Februar haben die Wuppertaler zum zweiten Mal die Möglichkeit, ihre Bedenken und Anregungen vorzubringen. Die Bürgerinitiative „Kleine Höhe“ hat deshalb alle Betroffenen aufgefordert, sich schriftlich zu äußern, damit das Vorhaben scheitert. Velberts Bürger können sich daran nicht beteiligen, ihnen bleibt nur zu hoffen, daß ihre Volksvertreter weiterhin so vehement gegen dieses Projekt eintreten wie bisher. Rolf Colsmann (FDP) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Heinz Schemken haben jedenfalls ihren Kampf dagegen noch nicht aufgegeben.

„Die Fachleute der Bezirksregierung und einige Fachleute als Berater sollten sich an Ort und Stelle überzeugen, daß mit dem Wuppertaler Vorhaben ein zusammenhängender regionaler Grüngürtel völlig zerstört wird,“ meinte Schemken und wies darauf hin, daß das Gelände landwirtschaflich äußerst wertvoll ist. Landwirte, die dazu befragt worden waren, hatten dies eindeutig bestätigt. Außerdem würde mit einer Industrieansiedlung eine wichtige Kaltluftschneise zerstört. Diese Schneisen haben die Funktion, die verbrauchte Luft Wieder zu erneuern. Betroffen von weniger „guter” Luft wären in diesem Fall nicht nur Velberter oder Wülfrather, sondern auch Wuppertaler, die in dem Bereich Katernberg wohnen. „Die Schneisen sind lebenswichtig und dürfen nicht unterbrochen werden,“ schätzte Velberts Bürgermeister die Bedrohung durch eine Industrieansiedlung ein, wobei die Unterbrechung sich langfristig auf der einen Seite bis ins Sauerland und auf der anderen Seite durch das Neandertal bis über den Rhein hinaus auswirken würde. Wenn auch vor Ort keine Beschlüsse gefaßt werden konnten, versprachen Schemken und Colsmann gegenüber der WZ, sich auch weiterhin energisch für die Erhaltung dieses ökologisch lebenswichtigen Gebietes einzusetzen. „Der Wuppertaler CDU kann ich in diesem Zusammenhang nur raten, sich auf die Seite der Bürger zu schlagen und dort keine Industrie zuzulassen,’ richtete Schemken ein klares Wort an seine Parteifreunde in der bergischen Metropole. Vertreten war Wuppertal durch Winfried Klein (CDU) und Michael Hetzelt (SPD), sowie Dr. Horst Jordan, Hauptgeschäftsführer der bergischen Industrie- und Handelskammer, als Berater.

In den nächsten Tagen sollen innerhalb der CDU-Fraktion des Bezirksplanungsrates weitere Gespräche geführt werden, um zum gewünschten Ziel zu kommen.

Auf dem schraffiert gekennzeichneten Bereich will die Stadt Wuppertal Gelände für erheblich belästigende Betriebe ausweisen. Foto: Wolfgang Schoene

„Kleine Höhe“ wurde vertagt

WZ Donnerstag, 2. Juni 1983
Wuppertaler Nachrichten

Kleine Höhe“ wurde vertagt

Gutachten liegt vor/Planungsausschuß noch nicht informiert

Bevor der Planungsausschuß gestern in seine Tagesordnung, die immerhin die Erörterung von 31 Bauleitplänen vorsah, eintrat, wurde Grundsätzliches debattiert: Die Stadtverordnete Ingrid Pfeiffer (FDP) machte ihrem Ärger Luft, daß von den benötigten Unterlagen ein erheblicher Teil – „und dann auch noch der schwierigere“ – erst zwei Tage vor der Sitzung den Ausschußmitgliedern zugegangen sei. Nicht nur die Vorbereitung zur Sitzung, zum Beispiel durch Ortsbesichtigungen, habe darunter zu leiden. Auch die Eingaben der Bürger unter „Anregungen und Bedenken“ hätten ihre Beachtung verdient. Die Liberalen als Zweier-Fraktion haben es in dieser Hinsicht besonders schwer. So wurden mit Zustimmung aller Parteien sämtliche nachgereichten Drucksachen – bis auf eine – auf die nächste Sitzung des Planungsausschusses am 29. Juni vertagt. Selbst zurückgezogen hatte die Verwaltung eine erneute Beratung über das geplante Industriegebiet Kleine Höhe. Dazu hieß es, das ökologische Gutachten läge der Verwaltung zwar mittlerweile vor, aber habe noch nicht für die Sitzung ausgewertet werden können. fh

„Kleine Höhe” soll genauer unter die Lupe genommen werden

WZ, Samstag, 30 Januar 1982

Für ökologisches Gutachten

„Kleine Höhe” soll genauer unter die Lupe genommen werden

Das Pochen der Bürgerinitiative „Kleine Höhe” gegen ein an der Stadtgrenze zu Neviges geplantes Industriegebiet mit etwa 250 000 Quadratmetern bebauter Fläche zeigt erste, zarte Erfolge. Zumindest in der Bezirksvertretung Katernberg/Uellendahl regen sich die Geister, die nicht mehr ganz uneingeschränkt der Industrie kleine Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete überlassen wollen.

In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung hatte man sein Votum für oder gegen eine Offenlegung des von der Verwaltung ausgearbeiteten Planes „Industriegebiet Kleine Höhe“ zu geben. Der Entscheid fiel für die Offenlegung, obwohl auf Seite der SPD zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung und auf Seite der CDU zwei Gegenstimmen zu verzeichnen waren. – Die im Stadtrat dokumentierte Einigkeit in diesem Thema hat zumindest an der politischen Basis feine Risse.

Klar wurde dies, als es über einen Antrag des CDU-Bezirksvertreters vom Endt zu diskutieren galt. Man möge als Bezirksvertretung den Rat der Stadt bitten, bei der Landesanstalt für Ökologie ein ökologisches Gutachten einzuholen, hatte der Landwirt gefordert und stieß damit bei den eigenen Parteifreunden sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung.

Er möge sich erst einmal in Ruhe einen ausgereifteren Antrag einfallen lassen und die schwammigen Begriffe wie „Ökologie“ und „Gutachten“ näher definieren, riet ihm sein Parteifreund Nolte, SPD-Vertreter Lochner Schloß sich dem an. Doch vom Endt fand auch Zustimmung. Auch von SPD-Vertretern. So begrüßte SPD-Bezirksvertreter Wettlaufer den Antrag und wies darauf hin, daß man von der Verwaltungsseite bisher zum Thema Ökologie noch gar nichts gehört habe.

Mit knapper Mehrheit wurde der Antrag für ein ökologisches Gutachten angenommen. Der Rat der Stadt hat nun endgültig darüber zu befinden. hens

Alle Seiten hören

Wie eigentlich sollten sich die politisch Verantwortlichen Bürgervertreter eine Meinung bilden? Kann man nicht erwarten, daß Sie bei strittigen Themen alle möglichen Seiten Zu Wort kommen lassen, um erst dann ihre Stimme zum „Ja“ oder „Nein“ zu erheben?

Manche scheinen das nicht für notwendig Zu halten. Die Diskussion der Bezirks Vertretung Katernberg/Uellendahl ließ den Zuschauer Staunen. Da Wird von einem Industriegebiet geredet mit 250 000 Quadratmeter großer Bebauungsfläche und einem um weitere 200.000 Quadratmeter größeren Einzugsgebiet. Da hört man, daß die Aufschließung dieses Geländes 21 Millionen Mark kosten wird. – Und jemand macht sich lustig über die, die gerne neben der Verwaltungsmeinung für die Industrieansiedlung auch noch die Meinung Sachverständiger zu den ökologischen Fragen hören wollen.

Sicher, ein solches ökologisches Gutachten kostet Geld und Zeit. Doch Wenn man bedenkt, daß ein Teil des Industriegebietes auf heute noch unter Landschaftsschutz stehendem Boden Wachsen soll, daß die Untere Landschaftsbehörde bereits ihre Bedenken angemeldet hat, daß hier nach dem Abstandserlaßgesetz Betriebe der Asbestverarbeitung, Kraftwerke, Metallverarbeiter und Viele andere zugelassen sein Werden, sollte man Sein Ohr auch einmal den Ökologen gönnen.

Rausgeworfenes Geld wird das nie bedeuten. Denn wenn auch nach dem Gutachten für das Industriegebiet Votiert wird, kann man sicher einige umweltschützerische Erkenntnisse mehr in die weiteren Planungen einbeziehen.

Susanne Hensmann

Namhafte Politiker und Verwaltung eingeladen

WAZ, Mittwoch, 13. Januar 1982

Weiterhin gegen Wuppertaler Industrieplanung

Initiative Kleine Höhe: Namhafte Politiker und Verwaltung eingeladen

NEVIGES. Die Bürgerinitiative „Kleine Höhe“, die sich aus „Alt-Nevigesern“ und „Neu-Wuppertalern“ zusammensetzt, wehrt sich weiterhin gegen die Wuppertaler Industriepläne. Bekanntlich kam das Gebiet Kleine Höhe/Obensiebeneick durch die Gebietsreform 1975 zu Wuppertal.

Allerdings bestand schon zu Nevigeser Zeiten die Planung, daß dort ein Unternehmen angesiedelt werden sollte. Dies aber wurde nicht verwirklicht. Am Montag, 18. Januar, 1930 Uhr, findet im Haus Sondermann, Siebeneicker Strase, eine Versammlung statt.

Eingeladen dazu sind namhafte Vertreter der Politik und aus der Verwaltung von Velbert und Wuppertal; so zum Beispiel Bürgermeister Heinz Schemken und Wuppertals Oberbürgermeister Gottfried Gurland, ebenso) Wuppertals Oberstadtdirektor Platte, die Beigeordneten Stern (früher Velbert), Dr. Geisler (Wirtschaft) und Ahlemann (Planung). Weiterhin werden die Landtagsabgeordneten aus Wuppertal erwartet; die Velberter Ratsmitglieder Ernst Adolf Sckär, Norbert Franke, Manfred Duncker, Rolf Colsman und Johannes Obermüller, Ratsherr im einstigen Nevigeser Rat.

Die Bürgerinitiative „Kleine Höhe“ will vermeiden, daß in der Versammlung lediglich die „Nevigeser Vergangenheit“ bewältigt wird. Es hieße vielmehr, den Blick nach vorn zu richten.

Inzwischen haben sich in der Bürgerinitiative mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die sich, so Hans Joachim Moser, mit Ökologie, Wirtschaftsfragen oder Verkehrsfragen befassen.

Die für das Gebiet zuständige Bezirksvertretung Katernberg-Uellendahl hat ihren Sitzungstermin bereits verschoben, um der Initiative Zeit zu geben, neue Argumente zu sammeln. Zu den Bezirksvertretern gehört auch der Nevigeser Ortslandwirt Hans-Günter vom Endt. (Die Bauernorganisation hat ihre Grenzen nicht geändert).

Wuppertals Beigeordneter Reinhard Stern, verantwortlich für das Bau- und Planungswesen, berichtete, daß zwar ein uneingeschränktes, aber ein gestaffeltes Industriegebiet vorgesehen sei. In der Legende seien auch etliche Einschränkungen vorgesehen, die emmissionsträchtige Betriebe (z. B. Gießereien) ausschlössen. Stern fügte hinzu, daß noch in seiner „Velberter Zeit“ mit Wuppertal über dieses Gebiet verhandelt worden sei. Damals – nach der Gebietsreform- seien über diese Einschränkungen erfolgreich verhandelt worden. Auch sei die Velberter Verwaltung damals beim Regierungspräsidenten Düsseldorf vorstellig geworden. Dort sei erklärt worden, einer der Zwecke der Neugliederung sei, daß Wuppertal Flächen erhalte, die gewerblich zu nutzen seien. Sonst hätte das Gebiet auch gleich zu Velbert zugeschlagen werden können.

Bürgerinitiative gegen Industrie

WZ Stadtausgabe Velbert-Neviges, Freitag, 4. Dezember 1981

Bürgerinitiative gegen Industrie

Es geht um das Gebiet „Kleine Höhe“

Velbert-Neviges. Am Mittwochabend fand wie angekündigt in der Gaststätte Wicküler Krug eine Versammlung der Bürgerinitiative Kleine Höhe statt. Die Sprecher dieser Initiative, Lawrenz und Jansen, erläuterten dabei die bisher erzielten Ergebnisse und das weitere Vorgehen der Interessengruppe. . Die Ergebnisse seien derzeit zwar noch recht mager, meinten die Herren, doch läge das einmal daran, daß diese Bürgeriniative noch sehr jung sei und zum anderen, daß die Beschlußfassung der Bezirksvertretung Uellendahl/Katernberg aufgeschoben worden ist.

Die Bezirksvertretung soll darüber entscheiden, ob das Industriegebiet Kleine Höhe nun als eingeschränktes oder als ein uneingeschränktes Industriegebiet ausgewiesen werden soll. Man wird jetzt bis mindestens Ende Januar 82 , darauf warten müssen. Aber die Klärung dieser Frage ist das Kernstück der Nevigeser  Bürgerinitiative. Sie kämpft darum, daß die Stadt Wuppertal das Gebiet Kleine Höhe als nicht industrialisierbar festlegt, um zu verhindern, daß umweltgefährdende Industrie im Einzugsbereich von Neviges sowie dem Wuppertaler Stadtteil Obensiebeneick angesiedelt wird. Ein weiteres Ziel der Bürgerinitiative ist die verstärkte Information der Bürger. Die beiden nächsten Termine. Am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr findet eine Begehung des geplanten Industriegebietes statt, Treffpunkt ist die Haltestelle Am Lindchen. Am Mittwoch kommender Woche trifft sich die Gruppe um 20 Uhr in der Gaststätte Fuchspark in Elberfeld in der Nähe des neuen Fernsehturms. Zu beiden Veranstaltungen sind Interessenten herzlich eingeladen. Markus Schmies